Das Bruttoinlandprodukt im 3. Quartal 2013

Bern, 28.11.2013 - Im 3. Quartal 2013 ist das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz gegenüber dem 2. Quartal um 0,5% gestiegen*. Auf der Verwendungsseite des BIP trugen vor allem die Nettowarenexporte zum BIP-Wachstum bei. Produktionsseitig lieferte die Wertschöpfung in der Industrie die stärksten positiven Beiträge. Im Vergleich zum 3. Quartal 2012 resultierte ein BIP-Wachstum von 1,9%.

Im 3. Quartal 2013 sind die Ausgaben der privaten Haushalte und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (POoE) um 0,2% gestiegen. Die Zunahme war damit weniger ausgeprägt als in den Vorquartalen. Stärkere Wachstumsraten waren hingegen bei den Konsumausgaben des Staates und der Sozialversicherungen zu verzeichnen; diese legten gegenüber dem 2. Quartal 2013 um 1,1% zu.

Die Bruttoanlageinvestitionen wuchsen im 3. Quartal 2013 um 0,4%. Die Ausrüstungsinvestitionen verzeichneten mit -0,1% einen leichten Rückgang. Die Rubrik „sonstige Fahrzeuge“, die im 2. Quartal die Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen stark positiv beeinflusst hatte, lieferte im 3. Quartal einen (ebenso ausgeprägten) negativen Beitrag; die meisten restlichen Rubriken verzeichneten ein moderates Wachstum. Die Bauinvestitionen nahmen um 1,0% zu.

Nach einer längeren Seitwärtsbewegung haben die Warenexporte (ohne Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten) im 3. Quartal 2013 kräftig zugenommen (+3,7%). Dieser Anstieg war insbesondere durch die Exporte der pharmazeutischen und chemischen Erzeugnisse bedingt. Ebenfalls eine Zunahme verzeichneten die Exporte von Maschinen/Elektronik, Präzisionsinstrumenten/Uhren wie auch von Metallen. Einzig die Fahrzeugexporte haben sich leicht zurückgebildet.

Die Warenimporte (ohne Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten) verzeichneten im 3. Quartal einen Anstieg um 0,7%. Dabei bildeten sich die Importe von pharmazeutischen und chemischen Erzeugnissen wie auch diejenigen der (volatilen) Rubrik der Fahrzeuge zurück, während die übrigen Rubriken zulegen konnten.

Im Bereich des Dienstleistungsverkehrs verzeichneten die Tourismusexporte (Konsum von ausländischen Touristen in der Schweiz) im 3. Quartal eine Zunahme von 0,7%. Die Importe von Tourismusdienstleistungen (Ausgaben des Fremdenverkehrs im Ausland) stiegen ebenfalls an (+1,3%), wohingegen die restlichen Dienstleistungsimporte (-1,7%) und -exporte (-0,8%) abnahmen.

Auf der Produktionsseite verzeichnete die meisten Rubriken eine Zunahme. Dabei trugen vor allem die Industrie sowie das Baugewerbe positiv zur BIP-Entwicklung bei, daneben auch die Rubriken Versicherungen, Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen und öffentliche Verwaltung.

Der Deflator des Bruttoinlandprodukts stieg im Vergleich zum 3. Quartal 2012 um 0,2%. Die Preise für private Konsumausgaben nahmen ab (-0,3%). Diese rückläufige Entwicklung des Deflators der privaten Konsumausgaben begann Ende 2011. Die Preise für Ausrüstungsgüter sanken erneut leicht (-0,1%) und setzten damit ihre über vier Jahre andauernde negative Tendenz fort. Der Deflator der Bauinvestitionen nahm im Vorjahresvergleich um 0,5% zu. Die Exportpreise blieben stabil (0,0%), die Importpreise stiegen minim (+ 0,1%).

*Ohne gegenteilige Anmerkung werden die hier aufgeführten Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal  (ohne Hochrechnung auf Jahresbasis) aus saison- und preisbereinigten Reihen berechnet. „Real“ steht dabei als Abkürzung für die Formulierung „zu Preisen des Vorjahres, verkettete Werte, Referenzjahr 2005“. In der offiziellen Terminologie wird auch von „Volumenentwicklung“ gesprochen. Die Kommentare zur Entwicklung der Preisindizes stützen sich auf die Vorjahresquartalsveränderungen der nicht-saisonbereinigten Daten.


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